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Gruß

Die volle Rose

Die volle Rose glüht
so rein
 in sich beschlossen.
In Duft ist ihr Gemüt,
in Licht ihr Geist gegossen.

Wer sich in sie vertieft,
der sieht vollendet ganz
die Schöpfung, und es trieft
die Welt von Gottes Glanz.

Mit diesem Gedicht von Friedrich Rückert grüßen wir alle Leserinnen und Leser unserer Internetseite und wünschen Ihnen einen schönen Spätsommer.
Herzlich Ihre
Sabine Zorn und Margret Häßler (Foto)

 

Verabschiedung von Pfr. Matthias Gössling

Zur Verabschiedung des (jetzt ehemaligen) Geistlichen Leiters
Pfr. Matthias Gössling am 27.06.2021 in Kloster Kirchberg
sprach unsere Diakonin Margret Häßler
im Namen der drei Berneuchener Gemeinschaften das folgende Grußwort:

Lieber Matthias,
im Auftrag unserer drei Geistlichen Gemeinschaften möchte ich Dir für zehn Jahre Wirken als Geistlicher Leiter auf dem Kirchberg ganz herzlich danken.

Ich mache keinen Rückblick Deiner geleisteten Werke, sondern sage Dir in Anlehnung an Worte von Dr. Hanish Danke:
„Derjenige hat echte Anerkennung erlangt,
der gut gelebt, oft gelacht und viel geliebt hat.
Derjenige, der die Achtung intelligenter Menschen
und die Liebe kleiner Kinder erworben hat.
Der seinen Platz voll ausgefüllt und seine Pflichten
erfüllt und die Welt ein Stück besser gemacht hat,
ob durch ein liebes Wort, durch einen freundlichen Blick, durch herzliche Anteilnahme oder durch eine gerettete Seele.
Ebenso wirkte derjenige segensreich,
der immer für das Beste zu Gunsten anderer sorgte,
der das Beste gab, das er hatte,
und dessen Leben eine Fülle von Ideen war
und dessen Andenken einen Segen darstellt.“

Lieber Matthias,
damit ich von hier mit leeren Händen meinen Weg weitergehen kann, überreiche ich Dir im Auftrag der Berneuchener Gemeinschaften einen Gutschein über einen Gastaufenthalt in der Benediktinerabtei Niederaltaich. Möge Dir diese Auszeit gut tun.

Gottes Engel leite Dich auf all Deinen Wegen!

 

Der Geist und die Gaben

blumen

Liebe Leserinnen und Leser unserer Seite,
Margret Häßler, Prädikantin der Evangelischen Kirche in Württemberg und Diakonin des Berneuchener Dienstes, hat am 22. Mai 2021 bei der Eucharistiefeier des Teilkonventes des BD in der Diakonissenkirche Stuttgart die folgende Predigt gehalten, die wir Ihnen gerne mit pfingstlichen Grüßen als geistlichen Impuls zur Verfügung stellen.

„Wir empfangen mancherlei Gaben, aber wir empfangen sie alle von dem einen Geist. Wir dienen auf unterschiedliche Weise, aber wir dienen alle dem einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte und Fähigkeiten, aber es ist der eine Gott, der alles in allem wirkt. Wer aber ein sichtbares Zeichen des heiligen Geistes empfangen hat, hat es empfangen, um damit den anderen hilfreich zu sein. Dem einen nämlich ist – durch den Geist! – die Fähigkeit verliehen, der Gemeinde Weisung zu geben, wie sie praktisch leben und sich bewähren soll. Der andere hat – vom gleichen Geist! – die Fähigkeit empfangen, über das Geheimnis des Glaubens zu sprechen und es auszulegen. Der dritte hat seinen schlichten Glauben – und zwar von dem gleichen Geist, der vierte die Gabe, Menschen zu heilen, von dem gleichen einen Geist, der fünfte die Kraft, Wunder zu vollbringen, der sechste die Fähigkeit, Gottes Wort in menschlichen Worten nachzusprechen, der siebte den klaren Blick und das Urteil darüber, wo Gottes Geist wirkt und wo ein anderer, dunkler und böser Geist am Werk ist, ein achter die ekstatische Begeisterung, in der er Gott rühmt mit unverständlichen Worten, der neunte die Fähigkeiten, der Gemeinde das unverständliche Lallen zu deuten. Das alles bewirkt der eine und gleiche Geist, der seine Gaben und Kräfte jedem unter uns anvertraut, wie er will.“ (1 Kor 12,4-11; Übersetzung: Jörg Zink)

Liebe Schwestern und Brüder, unterschiedliche Bibelübersetzungen – unterschiedliche Bezeichnungen: Was Jörg Zink mit „mancherlei Gaben“ übersetzt hat, hat Luther mit „verschiedene Gaben“ übersetzt, die Elberfelder Bibel mit „Verschiedenheit und Gnadengaben“, die Bibel in gerechter Sprache schreibt von „Unterschieden und geschenkten Fähigkeiten“. Weitere Übersetzungen sind „Unterschiede und Gnadengaben“ (SLT), „zugeteilte Gaben“ (ZB), „verschiedene Zuteilungen“ (NeÜ) und „unterschiedlichste Arten von Begabungen“ (DBU).
So verschieden die Übersetzungen sind, so vielfältig ist auch die Welt. Wir müssen uns nur umschauen: In der Natur finden wir kein Blatt, das einem anderen gleicht. Und so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedliche Berufe üben sie aus. Und wir wissen, jede und jeder ist einzigartig.
Ich bin was Besonderes, kann jede und jeder von uns sagen. Doch wenn wir ausschließlich die Unterschiede, die Gaben oder Begabungen beachten, dann fehlt etwas Wichtiges, nämlich das Verbindende.
Paulus geht es um die Unterschiede und um das Verbindende. Er schreibt an die Gemeinde in der Hafenstadt Korinth. Die junge Gemeinde ist sehr gemischt und unterschiedlich. Es ist eine manchmal explosive Mischung. Oft gibt es Streit, oft geht es hoch her, denn hier versammeln sich Menschen aus aller Welt und aus allen Milieus. Da ist von den Reichen bis zu den Sklavinnen und Sklaven alles dabei: Männer und Frauen, sicher auch Kinder, Menschen verschiedener Völker, Kulturen und Religionen.
Dauernd reiben die Menschen in Korinth sich an ihren Unterschieden. Irgendwie suchen sie aber auch einen gemeinsamen Weg. Denn auf der einen Seite kennen und leben sie ihre Verschiedenheit. Auf der anderen sind sie gemeinsam im Glauben an Gott und an Jesus Christus verbunden. Das muss doch auch zusammen gehen, oder? Irgendwie müssen auch alle zu ihrem Recht kommen.
Es gibt Begabungen, sagt Paulus. Aber sie kommen nicht allein aus den unterschiedlichen Menschen, sondern sie haben eine gemeinsame Quelle, der sie entspringen, die die Kraft dazu gibt und die sie sammelt: Gott und die göttliche Geistkraft.
Ich staune über die Fülle der göttlichen Geistgaben. Eine echt lebendige Gemeinde! Ich sehe die Menschen vor mir, die Paulus beschreibt, und ich bin sicher, er hatte auch bestimmte Menschen vor Augen: Diese Gabenfülle prallt aufeinander wie ein riesiges Feuerwerk!
Ob es wohl auch Menschen gab, die angesichts dieser reichhaltigen Gaben verzweifelten und sagten: Warum kann ich das alles nicht?
Diese Frage ist schnell beantwortet: Auch in Korinth scheint nicht jedes Gemeindeglied alles zu können. Jedes von ihnen hat ihre und seine Gaben. Aber keine hat alle Gaben auf einmal. Das lässt mich erleichtert aufatmen. Ich muss nicht alle Gaben haben. Und ich muss nicht alles können.
In Korinth gibt es eine Fülle von Gaben.Da sind Menschen, die in Weisheit reden und denken und das gern an andere weitergeben. Es gibt Menschen, die Vertrauen schenken und denen andere vertrauen. Andere haben die Gabe des Heilens, indem sie z.B. zuhören und sich dadurch neue Sichtweisen auftun. Wieder andere sagen Gottes Wort so weiter, dass es im Herzen wirken kann und Gottes Geist Änderung für ein gutes Leben wirkt.
Also, wenn ich darüber nachdenke – solche Menschen wie in Korinth, die gibt es doch auch bei uns! Eigentlich sind wir reichlich mit Gottes Geistgaben beschenkt! Vielleicht sollten wir genau hinschauen, bevor wir uns mal wieder darüber beklagen, dass es von allem mehr geben könnte.
Wir im BD könnten darüber klagen, dass wir eine kleiner gewordene Geistliche Gemeinschaft geworden sind. Gerne hätten wir jüngere Menschen unter uns, die ‚Berneuchen‘ weitertragen. Aber wir können auch einfach dankbar sein für die Fülle der Gaben, die Gott uns geschenkt hat. Und eine große Gabe ist z.B. das Gebet. Stille werden, für andere beten, Gott das sagen, was gerade so ist oder auch nur die Hände zu einer Schale geformt, öffnen für Gottes große Geschenk.
Paulus geht es nicht nur darum, wie unterschiedlich die Gaben sind. Das werden wir sehen, wenn wir das Kapitel des Briefes an die Gemeinde in Korinth weiterlesen. Denn den Christinnen und Christen in Korinth geht es auch um die Wichtigkeit ihrer Gaben. Welche Gabe ist die wichtigste? Wer kann was am besten? Wer ist darum die oder der Wichtigste? Auch darum entbrennt der Streit in Korinth.
Paulus führt alles zusammen. Er sammelt die Kraft, die aus der Fülle der Gaben entsteht, und lässt die Gemeinde weiter blicken, indem er in Vers 11 darauf hinweist, von wem diese Gaben geschenkt sind: Das alles bewirkt der eine und gleiche Geist, der seine Gaben und Kräfte jedem unter uns anvertraut, wie er will.
Gottes Gaben hat kein Mensch aus eigener Kraft. Sie werden durch Gottes Geist gewirkt. Und zwar so, wie Gottes Geist es will. Doch wir können uns dafür bereithalten, unsere Hände und unsere Herzen öffnen für Gottes Geist, der in uns und durch uns wirken will und auch wirken wird. Amen

 

Foto: Tom Kattwinkel

Rogate – Betet!

Liebe Schwestern und Brüder im Berneuchener Dienst und im Freundeskreis, liebe Leserinnen und Leser unserer Internetseite!

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ Der letzte Vers des 66. Psalms, unser neuer Wochenspruch, kommt sehr zuversichtlich daher: Wer so spricht, hat gute Erfahrungen mit Gott gemacht, weiß sich von ihm gehört, vielleicht sogar erhört, getragen und gesegnet. Aber Gott zu loben ist nicht die einzige Art, wie Menschen ihm begegnen. Es gibt Situationen, in denen es näher liegt zu klagen als zu danken. Wo man Gott eher anschreien möchte als Hosianna zu singen, weil es mehr Elend gibt, als Menschen aushalten können. Die Nachrichten und Zeitungen sind voll davon, Tag für Tag.
In den Psalmen sprechen Menschen solche Erfahrungen aus. Sie beschreiben, was sie erleben und was sie dabei fühlen. Wie sie in schönen ebenso wie in schwierigen Lebenslagen Gott wahrnehmen, wie sie mit ihm reden, welche Worte und Bilder sie wählen, wie ihnen zumute ist. Wir können uns ihre Worte „leihen“ und bei ihnen sozusagen „in die Schule gehen“.
Im Gottesdienst ist Beten eine Selbstverständlichkeit, im privaten Bereich weiß man nicht genau. Obwohl Umfragen zeigen: Viele tun es, aber kaum jemand redet darüber. Es ist ja auch eine sehr private Sache, über sein Verhältnis und den Umgang mit Gott zu sprechen. Wie rede ich ihn an? Spreche ich mit ihr wie mit einer guten Freundin, einem Menschen, den ich liebe? Worüber reden wir? Schön-Wetter-Kommunikation oder quer durch den Gemüsegarten? Und wie gestalte ich diese gedankliche Einbahnstraße? Schließlich antwortet Gott nicht über Schallwellen hörbar oder in Phon messbar. Trotzdem ist da etwas, was uns Menschen lockt, von dem wir mehr ahnen als wissen, dass es wichtig ist und das uns halten kann: Beten. Rogate.
Es gibt viele Arten zu beten, Dank und Lob, Klage und Bitte. Und es gibt eine Art zu beten, die – anders als Lob und Bitte, Klage und Dank – ganz ohne Worte auskommt. „Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde – was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist – ein Hörer. Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.“ Der dies schrieb war einer der großen Theologen und Denker seiner Zeit, Sören Kirkegaard, ein religiöser Mensch, aber auch jemand, dem Zweifel und Skepsis nicht fremd waren. Was er mit diesen Worten beschreibt ist eine Erfahrung, die uns auf den ersten Blick fremd ist, eine Art zu beten, die ohne Worte auskommt und in ein einfaches Sein vor Gott, in ein Du-zu-Du mit ihm führt. Vielleicht wäre das einen Versuch wert, einmal nicht nach Worten zu suchen, sondern darauf zu vertrauen, dass Gott weiß, wer wir sind und was uns bewegt. Mit diesem Vertrauen vor ihm still zu werden, darauf zu achten, wie ich atme, mich dadurch Gott hinzuhalten und nichts zu tun, als da zu sein – das kann vom schweigenden in ein hörendes Gebet führen. Und auch, wenn das erst einmal fremd klingt, gilt doch auch hier die Verheißung: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“
Ich wünsche Ihnen gute Gebetserfahrungen an diesem Sonntag Rogate und in der neuen Woche.
Ihre Sabine Zorn (BD)

 

Foto: Rudolf Happel

Quatember

Quatember ist die Vierteljahresschrift zur Erneuerung und Einheit der Kirche, die von den drei Berneuchener Gemeinschaften, Evangelische Michaelsbruderschaft, Berneuchener Dienst und Gemeinschaft St. Michael herausgegeben wird.

Essays, Betrachtungen, Predigten, Buchbesprechungen, Bilder und Gedichte sollen sowohl die Berneuchener Trias martyria, leiturgia und diakonia als auch ein für die Gegenwart taugliches Modell gelebten christlichen Glaubens darstellen und vertiefen. Die Autorinnen und Autoren stammen aus der Berneuchener Bewegung und ihrem Umfeld oder stehen ihr auch kritisch gegenüber; Selbstspiegelung ist nicht Sache von Quatember. Die Zeitschrift möchte ein Forum für Gespräch, theologische Debatten und vor allem für vertiefte geistliche Erfahrung sein.

Informationen und Inhalte auf Quatember.org »

Auferstehung

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

(Marie Luise Kaschnitz)

 

Liebe Leserinnen und Leser unserer Internetseite,

es sind Gedichte wie das von Marie Luise Kaschnitz, die mir ein neues Verständnis von Auferstehung als „Auferstehung mitten im Leben“ erschlossen haben.

Die Gedichtzeilen drücken eine existentielle Erfahrung aus, die viele Menschen kennen: Die Erfahrung, aus Dunkelheit, Verzweiflung, Trauer, Angst oder Hoffnungslosigkeit unerwartet wieder „aufzustehen“, mitten im Alltag. Dabei im gewohnten Alltag erfahren dürfen, für Momente aufgehoben zu sein in einer größeren Ordnung, sich geborgen fühlen, wie in einem Haus aus Licht.

Nur: Was hat diese alltägliche Erfahrung von Auferstehung, die mitten in unserem Leben geschieht, mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu zu tun?

„Auferstehung“ ist für viele Menschen ein Bild der Hoffnung, dass die Erfahrung eines gerechten und lebenspendenden Gottes stärker ist als die Erfahrung des Scheiterns, des Unrechts und des Todes. „Auferstehung“ ist Ausdruck des Glaubens, dass die Geschichte Jesu und seiner Bewegung sich fortsetzt in unseren eigenen Auferstehungsgeschichten.

Christus ist auferstanden – Halleluja.

Ihre
Margret Häßler (BD)

 

Foto: Rudolf Happel

Wochenspruch Estomihi, 14. Februar 2021

Liebe Schwestern und Brüder, Freundinnen und Freunde,

unten finden Sie den Link zu einer Audio-Andacht von mir zum Wochenspruch für den kommenden Sonntag und die darauf folgende Woche, die ich mit zwei Musikerinnen in der Evangelischen Kirche Hemmerde aufgenommen habe.

Mit herzlichen Grüßen
Sabine Zorn (BD)

https://hemmerde-luenern.ekvw.de/angedacht/

 

Foto: Hans-Jürgen Häßler

Hochzeit zu Kana

Liebe Schwestern und Brüder im Berneuchener Dienst und im Freundeskreis,

das Jahr 2021 ist schon fast einen Monat alt, aber liturgisch leben wir immer noch – eine weitere Woche lang – im Weihnachtsfestkreis. Gestern durfte ich in der alt-katholischen Kirche St. Martin in Dortmund über die Hochzeit zu Kana und den Beginn des Wirkens Jesu predigen. Dieser Gottesdienst wurde für YouTube aufgenommen und ins Netz gestellt. Ich lade Sie herzlich ein, diesen Gottesdienst anzuschauen, die Evangeliumslesung und die Predigt finden Sie ab Minute 9.40, der Link steht unten.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Sabine Zorn (BD)

https://youtu.be/WGIlRluALww

 

 

Leise Weihnachten

Liebe Schwestern und Brüder im Berneuchener Dienst und im Freundeskreis,
liebe Besucherinnen und Besucher unserer Internetseite!

In diesem Jahr kommt das Weihnachtsfest mit all‘ den der Pandemie geschuldeten Beschränkungen sehr nachdenklich daher, ohne jubelnde Töne und glitzernde Farben. Es ist um vieles stiller geworden auf den Straßen und in den Städten, der Alltag vieler Menschen um einen oder gleich mehrere Gänge zurückgeschaltet. Andere dagegen kommen an und sogar weit über ihre Grenzen: Wer im Krankenhaus, beim Gesundheitsamt oder in anderen medizinischen Einrichtungen arbeitet, steht vor unglaublichen Herausforderungen. Und dann die vielen Erkrankten, die Toten und deren Angehörige – was werden das für Feiertage werden?

Was es für ein Weihnachten wird, das wissen wir jetzt, ein paar Tage vorher, (noch) nicht. Aber was Weihnachten damals war, daran können wir uns erinnern lassen:
              „Fürchtet euch nicht – euch ist heute der Heiland geboren.“
Die Engel verkünden den Hirten die Botschaft von der Geburt Christi und das Kommen Gottes in die Welt mitten in der tiefsten Nacht, als es so dunkel ist, dass man nicht mehr an das Aufgehen des Lichtes zu glauben vermag. Aber gerade „in der Mitte der Nacht liegt der Anfang eines neuen Tags“: Gott kommt, leise und unscheinbar, er kommt seit damals immer wieder „heute“, er geht mit durch die Zeit, durch das Leben, Er lässt uns nicht allein. Dass Sie das erfahren mögen zu Weihnachten und auf Ihren Wegen im neuen Jahr, das wünsche ich allen von Herzen: Gesegnete Weihnachten!
Ihre
Sabine Zorn (BD)

 

 

Foto: Sabine Zorn

Barbarazweige

Liebe Schwestern und Brüder,
Freundinnen und Freunde,
mitten im kalten Winter holen wir Zweige ins Haus – geschnitten am 4. Dezember, dem Barbaratag, blühen sie zu Weihnachten.

Barbara, wahrscheinlich keine historische Gestalt, wurde der Legende nach von ihrem Vater in einem Turm eingesperrt, um sie von der Außenwelt, will sagen: ihren zahlreichen Verehrern, abzuschließen. In diesem Turm erfährt Barbara durch den Priester Valentinus vom christlichen Glauben und lässt sich taufen. Ein drittes Fenster, das sie in die Fassade brechen lässt, zeugt von ihrem Glauben an den dreieinigen Gott. Ihr Vater versucht, sie von diesem Glauben abzubringen – vergeblich. Er übergibt sie dem Statthalter – auf dem Weg in diese Gefangenschaft bleibt sie mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen, den sie in ein Gefäß mit Wasser stellt. Er wird an ihrem Todestag Blüten tragen. Der Statthalter versucht, sie durch Folter zum Abschwören zu bringen – vergeblich, Engel heilen sie immer wieder. Endlich enthauptet sie der eigene Vater …

Nichts hat Barbara von ihrem Glauben an Gott abbringen können, der mitten im Tod neues Leben schenkt. Symbol für dieses Geschenk sind die Barbarazweige: Mitten im kalten Winter holen wir sie ins Haus – geschnitten am Barbaratag, blühen sie zu Weihnachten.

Es grüßt sie herzlich Ihre
Sabine Zorn (BD)